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111 Jahre Bäckerei auf dem Flachsberg

Herbst 1905 - Gerhard Weyer Jahrgang 1884, gerade 21 Jahre alt und somit volljährig, begann im Gehöft seiner Eltern mit der Herstellung von Backwaren. Das bestehende Backhaus aus dem Jahre 1856, wie die Baugenehmigungsurkunde vom 14.07.1856 belegt, wurde fortan professionell genutzt. Paffrath war Anfang des 20. Jahrhunderts dünn besiedelt. Auf den Höfen wurde im eigenen Backes Brot gebacken, in der Nußbaumer Straße betrieb Heinrich Jansen bereits seit 15 Jahren eine Bäckerei und so musste der junge Handwerker hart arbeiten und um Kundschaft werben. Mit der Brotkiepe auf dem Rücken zog Gerhard Weyer bis nach Kalmünten und Alte Hufe und bot sein Brot an. Das Geschäft florierte auch dank der kräftigen Unterstützung durch Eltern und Geschwister. 1908 - nach 3-jähriger Selbständigkeit - wurde ein neuer Backofen gebaut und auch das alte Fachwerkwohnhaus war bereits im Jahr zuvor dem heutigen großen Steinhaus, in dem sich auch heute noch das Verkaufslokal befindet, gewichen. Der Brotkiepe folgte der Handwagen, der wiederum wurde von Pferd und Wagen abgelöst. Im I. Weltkrieg stockte die Entwicklung. Gerhard Weyer und seine Brüder wurden zum Wehrdienst herangezogen. Zu Hause sorgte besonders eine Schwester dafür, dass der Backbetrieb weiter lief. Ein halbes Jahr nach Kriegsende gab es Grund zur Freude. Gerhard und der bei ihm angestellte Bruder Wilhelm Weyer heirateten die Geschwister Elisabeth und Gertrud Torringen aus Nußbaum. Im März 1920 stellt sich Nachwuchs ein: Theodor, der einmal die Bäckerei übernehmen würde, dann vier Jahre später, wurde Bernhard geboren, der als langjähriger Direktor des NCG für viele unvergessen bleiben wird. 1922 wurde wieder einmal umgebaut. Aus dem großen Stallgebäude wurde eine geflieste Backstube mit einem Dampfbackofen und den ersten Teigmaschinen, die mittels eines Elektromotors betrieben wurden.

"Herta", das Pferd wurde 1929 verkauft und durch das erste Auto, einen zum Verkaufswagen umgebauten Chevrolet, ersetzt. So war es naheliegend, dass aus dem Pferdestall die Mehlkammer wurde. Gerhard Weyer legte ca. 1926 die Meisterprüfung ab. Fortan beschäftigte er einen Gesellen und bildete Lehrlinge aus. Das Ladengeschäft besorgte seine Frau Elisabeth, sein Bruder Wilhelm war weiterhin für den Verkauf über Land zuständig. Das Geschäft wuchs. Es wurde weiter gebaut, diesmal ein Quertrakt zusammen mit Bruder Jean, der in seinem Gebäudeteil eine Schreinerei einrichtete. Im Herbst 1931 erkrankte Gerhard Weyer schwer, verbrachte viele Wochen im Krankenhaus und blieb fortan ein kranker Mann. Sohn Theodor verließ mit 14 Jahren die Schule, um das Handwerk des Bäckers beim Vater zu erlernen. Der II. Weltkrieg brach aus. Sohn, Geselle und Lehrlinge mussten in den Krieg ziehen und Gerhard Weyer stand alleine in seiner Backstube. Im Februar 1945 verstarb er. Mit eisernem Willen hielt Elisabeth Weyer den Backbetrieb für ihren Sohn Theodor, der im November 1945 aus Kriegsgefangenschaft heimkehrt, aufrecht. Reich an Arbeit und Entbehrungen waren die ersten Jahre des jungen Bäckers Theodor Weyer. Bezugsscheine und Lebensmittelkarten bestimmten den Alltag. Die Bauern lieferten, wie auch schon vor dem Krieg, nach der Ernte Roggen, zahlten einen Backlohn und erhielten das Jahr über Brot. Das Korn wurde auf dem Kornspeicher über der Backstube gelagert und musste wöchentlich umgeschaufelt werden, um es vor Schädlingen zu schützen. Müller Mettmann von der Igeler Mühle besorgte die Vermahlung des Getreides. Diese Geschäftspraxis hielt bis Anfang der Fünfzigerjahre an. 1947 legte Theodor Weyer seine Meisterprüfung ab und heiratete im Mai 1949 Agnes Cürten.

1952 gab es eine Ladenerweiterung mit einer elektrisch gekühlten Theke, einem Frosterschrank für die Backstube und ein neues Verkaufsfahrzeug. Die Backstube florierte und der Umsatz stieg. Theodor Weyer war bekannt für Qualitätsbackwaren und hervorragende Konditoreierzeugnisse.

Der Kuchenverkauf am Sonntagnachmittag, die morgendliche Brötchenlieferung von Haus zu Haus - damals mit dem Fahrrad - und die Belieferung der Lebensmittelgeschäfte mit frischen Backwaren waren einige der Möglichkeiten die genutzt wurden, um das Geschäft zu forcieren.

Im Mai 1956 erfolgte die Inbetriebnahme des ersten Etagenbackofens. Nach großen Umbaumaßnahmen war man fortan stolz auf eine helle, lichtdurchlässige Backstube, in der das Arbeiten Freude machte.
Zwei Jahre später wurde der neue Backofen auf Ölfeuerung umgestellt.

Die fortschrittliche Denkweise Theodor Weyers bescherte dem Personal auch in puncto Bezahlung Vorzüge. Bereits in den 60er- Jahren wurde von Wochenlohn auf Stundenlohn umgestellt.

Paffrath war gewachsen, Siedlungen in der Schmidt-Blegge-Straße, Borngasse usw. entstanden. Die Erinnerungen an den schrecklichen Krieg verblassten. Die Freude über steigenden Lebensstandard und genügend Lebens- und Genussmittel war ungebremst.

Im Frühjahr 1963 baute Bäcker Weyer um. Der Verkaufsraum wurde über die komplette Hausfront ausgeweitet, ein Büro links ans Haus angebaut und die Außenfront mit Marmor verkleidet.

Nachdem 1968 ein größerer Etagenbackofen aufgesetzt wurde, brachen personelle Sorgen über den Betrieb ein. Zu wenig qualifizierte Backstubenmitarbeiter standen zur Verfügung. Der Beruf des Bäckers hatte an Attraktivität verloren. Während dieser Zeit beschäftigte die Firma Zanders mehr gelernte Bäcker, als die in der Bäckerinnung organisierten Betriebe.

Infolge dieser Entwicklung kümmerten Theodor und Agnes Weyer sich nun verstärkt um eine Nachfolgeregelung.

1971 trat Ulrich Lob als Teilhaber ins Unternehmen ein. Seine Frau Brigitte wurde als Verkäuferin beschäftigt. Im Oktober 1973, nach 68 harten aber erfolgreichen Jahren Bäckerei Weyer, wurde die Bäckerei an Ulrich und Brigitte Lob übergeben.

Die hohen Qualitätsansprüche des Vorgängers hatten auch bei Bäckermeister Ulrich Lob Gültigkeit. Bereits 1978, beim "Tag der offenen Tür", konnten sich die Kunden über die Vergrößerung der Backstube, einen zweiten Backofen mit Klima- Gärraum und eine Siloanlage für 10 Tonnen Mehl informieren.

Die Zeit der großen Vielfalt brach an. Es wurde ausprobiert und experimentiert und die Produktpalette vergrößerte sich. Mit dem Dreikornbrot, einem Weizenmischbrot mit Körnern und Saaten, begann die Erfolgsära der Mehrkornbrote. Auch die Verkaufswege wandelten sich. Im Januar 1979 konnte die erste Filiale in der Ottostraße/Kippekausen übernommen werden. Der Brötchenservice musste mangels Personal eingestellt werden. Die traditionelle Brotlieferung ans Haus wurde bis 1990 aufrecht gehalten. Anfang 1987 wurde die Korn-Frisch-Vollwertbäckerei in der Hermann-Löns-Straße unter Beteiligung von Ulrich Lob gegründet. Auf dem Flachsberg wurde angebaut. Auf der hinzugewonnenen Fläche konnten die Backöfen um einen Stikkenofen ergänzt werden. Moderne Kältetechnik erleichterte fortan die Arbeit.

Neue Personalräume und eine Siloanlage für 20 Tonnen Mehl beendeten den zweiten Bauabschnitt im Jahr 1991.

Mit der Lockerung des Ladenschlussgesetzes im November 1996, wurde das seit 1936 gültige Bäckerarbeitszeitgesetz aufgehoben. Bäcker durften nun auch am Sonntag frisch backen. Der Erfolg war überwältigend und nicht nur für Bäcker Lob eine totale Überraschung.

Auf acht Filialen wuchs der Betriebt in den 90er-Jahren heran und 1998 feierte man stolz das 25-jährige Bestehen der Bäckerei Lob. Damals wohl wissend, dass Sohn Peter, ebenfalls 25 Jahre alt und schon Bäckermeister, den Betrieb übernehmen wollte.

Mit dem Abschied von der D-Mark wurde die Übergabe an Sohn Peter vorbereitet und die Backstube im September 2002 umfangreich modernisiert. Mit drei neuen Backöfen und der passenden Gär-und Kältetechnik startete am 01.01.2003 Peter Lob gemeinsam mit seiner Frau Carina in die Selbstständigkeit.

Verantwortungsbewusst und zielstrebig hatte Peter Lob sich auf seine Aufgabe vorbereitet und u.a. das Studium zum Betriebswirt des Handwerks abgelegt.



Im November 2016 wählte die Bäckerinnung Bergisches Land Peter Lob zum neuen Obermeister der Innung. Somit tritt er nun auch im Ehrenamt in die Fußstapfen seines Vaters Ulrich, der von 1981 bis 2012 im Vorstand und von 1997 bis 2012 Obermeister der Bäckerinnung war.

Zum jetzigen Zeitpunkt beschäftigt die Bäckerei Lob ca. 110 Mitarbeiter, davon 10 Auszubildende.

Das Brot hat in 100 Jahren Geschichte den Wandel der Zeit als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel überdauert, und die Geschichte des Brotes geht weiter. Darauf sind wir stolz und daran arbeiten wir auch in Zukunft.

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Kontakt

Bäckerei & Konditorei Peter Lob
Flachsberg 14
51469 Bergisch Gladbach
Telefon 02202 / 51 991
Telefax 02202 / 51 911
E-Mail info@baeckerlob.de

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